Es gibt sie immer noch, die schlüsselfertigen Fertighäuser. Nicht nur die Isolierung, nicht nur sämtliche Bodenbeläge, nicht nur die Einbauküche ist eingerichtet. Das wäre noch für den “normal verschuldeten” Bauherrn, der nach der Ansparphase eines Bausparvertrages nun auch das Darlehen folgen lässt. Es bleibt mühsam, denn eines wird – trotz unabsehbarer Schuldenberge – nicht im neuen Heim auf den Bauherrn samt Familie warten: die Möblierung – leer sind Zimmer und Räume, Gartenhaus, Garage und Keller.
Nein, Letzteres ist typisch deutsch-amerikanisch ist das Folgende. Das Haus, welches noch nicht gebaut ist, wird im Voraus – am besten in bar – gezahlt und bis ins Detail geplant. Kein Möbelwagen wird notwendig sein – nur möglicherweise ein Kleintransporter mit Kleidung, PCs, Kindern und persönlichen Gegenständen. Warum nicht? Bis auf den Läufer wird alles im Voraus geplant, gekauft, eingerichtet – weder der Standmixer, weder der Föhn noch der Samsung Fernseher wird beim Einzug fehlen. Auch in Europa sollen erste Firmen dies anbieten, jedoch aufgrund der hohen logistischen Leistung bevorzugt man auch hier höchstens eine Zahlung in drei oder vier Raten – weit entfernt vom üblichen Darlehensverhalten der Deutschen. Deutsche sind überhaupt, was Neubau, Baumärkte, Umziehen, Kleingarten und Statussymbole betrifft, noch ein eigenes Volk in Europa, wenn nicht in der Welt. Andernorts kauft man sich den Samsung Fernseher nicht, den man sich nicht leisten kann. Hierzulande finden sich nicht nur Branchen, die Konsumkredite mit 0 Euro Anzahlung und sehr kleinen, unübersehbar vielen Raten bewerben, sondern auch Verbraucher, denen nicht bewusst wird, dass ihr elektronisches Gerät längst verbraucht ist, bevor es bezahlt ist.